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Die Jagd in Tirol

12.2. Geschichte der Jagd in Tirol

Seit dem 14. Jahrhundert war die Jagd alleiniges Recht des Landesfürsten. Er konnte die Jagdausübung in bestimmten Bereichen jedoch auch anderen übertragen. Der Großteil der Bevölkerung war jedoch davon ausgeschlossen.

Herzog Friedrich IV. (Habsburgersaal in Schloss Tratzberg)

Erzherzog Sigmund der Münzreiche (Habsburgerstammbaum in Schloss Tratzberg)

Herzog Friedrich IV. und Erzherzog Sigmund gingen als begeisterte Jäger in die Geschichte ein. Sigmund bevorzugte das ausgedehnte Wildgebiet im Achental. AlsSchloss Sigmundslust in Vomp Stützpunkte für seine Jagdzüge, speziell für die Gamsjagd, ließ Sigmund zahlreiche Jagdschlösser erbauen, so etwa Schloss Sigmundslust bei Vomp, Schloss Sigmundsried im Oberinntal und Schloss Sigmundsburg im Fernsteinsee. 

Vor allem Kaiser Maximilian I. gilt als passionierter Jäger. Für ihn war die Jagd Körperschulung und Charakterschulung. Er war der Meinung, dass Sorgen und Krankheiten durch die Jagd geheilt werden konnten. Jedermann, auch das einfache Volk, konnte auf der Wildbahn den Kaiser ansprechen und sein Anliegen vorbringen. Deshalb ging der Kaiser im Beisein seines Sekretär und seiner Räte zur Jagd. Er ließ auf Tiroler Jagdschlössern zahlreiche kaiserliche Verordnungen ausstellen.

Kaiser Maximilian I. (Habsburgerstammbaum in Schloss Tratzberg) Besonders gerne jagte der Kaiser im Gleirschtal, im Halltal, im Karwendelgebiet, in Navis, in Gschnitz, im Sellraintal, am Achensee und Plansee, in Imst und in Zirl. Anlässlich einer solchen Treibjagd wurden im Schmirntal 183 Gämsen erlegt.

Neben den üblichen Hofjagden veranstaltete der Kaiser zahlreiche Schau- und Staatsjagden für ausländische Herrscher und Diplomaten. Dabei konnte er sich als kühner und erfahrener Jäger präsentieren. Seine beiden Frauen Maria von Burgund und Bianca Maria Sforza waren ebenfalls begeisterte Jägerinnen. Maria von Burgund starb 1482 an den Folgen eines Jagdunfalls.

Maximilian schilderte seine Jagderlebnisse in seinen Büchern: im Theuerdank, im Weisskunig und im Freydal.

© TIBS! 2002