Auf dem südlichen Abhang der Nordkette findet sich unterhalb der Hungerburg dieser spätgotische Ansitz.

Die Weiherburg in InnsbruckMit dem Auto ist die Weiherburg nur über den Stadtteil St. Nikolaus zu erreichen. Die Straße führt von der Innstraße auf der nördlichen Innseite direkt vorbei an der Pfarrkirche St. Nikolaus, dem Ansitz Büchsenhausen und der Hotelfachschule Villa Blanka steil hinauf zum kleinen Schloss. Direkt neben der Weiherburg befindet sich der Alpenzoo.

Zu Fuß gelangt man von der Altstadt entlang des Inn nach St. Nikolaus und kann dem Fahrweg folgen. Man kann aber auch vorbei am Hofgarten entlang des Inn bis zum so genannten Innsteg wandern, den man überquert und dann dem Weg durch den weiten Park hinauf folgt.

Die Weiherburg liegt inmitten eines ausgedehnten Parks direkt am Waldrand und wurde in der Mitte des 15. Jh. von der Familie Tänzl als hochherrschaftlicher Wohnbau gegründet. Die Tänzl waren durch den Schwazer Bergbau reich geworden und besaßen u. a. auch Schloss Tratzberg. Der Name "Weiherburg" stammt von einem Fischweiher, der bis zu Beginn des 20. Jh. bestand.

Im Inneren gibt es mehrere bemerkenswerte Räume. Der so genannten "Langenmantelsaal" weist eine schöne Balkendecke und gemalte Wanddekorationen auf, wobei die obere Hälfte aus gemalten Wappen, Engeln und Blumenvasen besteht. Die Kapelle wurde vom bekannten Innsbrucker Maler Josef Lepold Strickner im Stil der Neugotik ausgestaltet.

  • Im Zuge der Verlegung der landesfürstlichen Residenz von Meran nach Innsbruck im Jahre 1420 durch Herzog Friedrich IV. mit der leeren Tasche errichteten zahlreiche Adelige in der Umgebung der Stadt Ansitze.
  • Um die Mitte des 15. Jh. ließ sich Christian Tänzl hier einen spätgotischen Ansitz erbauen. Die Tänzl waren durch den Schwazer Bergbau reich geworden.
  • 1480 verkaufte Christian Tänzl sein kleines Schloss an den Tiroler Landesfürsten Erzherzog Sigmund den Münzreichen, der es verschiedenen Personen überließ.
  • Nach der Abdankung Sigmunds im Jahre 1490 gelangte das Haus an Kaiser Maximilian I., der es seinem Kanzler Oswald von Hausen vermachte und es zum Ansitz erhob. Erzherzog Ferdinand II. (gest. 1595)Maximilian selbst weilte öfters dort.
  • 1560 kaufte der Augsburger Bürger Veit Langenmantel die Weiherburg. An ihn erinnert noch der so genannte "Langemantelsaal".
  • Durch Kauf erwarb bald darauf Anna Welser, die Mutter der ersten Gattin von Erzherzog Ferdinand II. Philippine Welser den Ansitz. Erzherzog Ferdinand II. legte um das Anwesen eine Tiergarten an. Heute erstreckt sich dort der Alpenzoo. Damals gab es mehrere Tiergärten im Raum Innsbruck, so ein Tiergarten bei Schloss Ambras, ein großer im Gebiet des heutigen Flughafens und einer beim Löwenhaus nördlich des Hofgartens. Zudem besaß der Erzherzog mehrere Jagdgebiete in Tirol.Die Weiherburg in Innsbruck (1834, C. von Jenner)
  • Im 17. und 18. Jh. wechselten die Besitzer. Über einhundert Jahre gehörte das Anwesen jedoch der angesehenen Familie Weinhart, bevor es 1797 an Dr. Philipp Wörndle gelangte, dem berühmten Sieger der Schlacht von Spinges (1797).
  • Im Jahre 1827 kam das Anwesen durch Heirat in den Besitz der Familie Attlmayr.
  • Seit 1911 ist die Weiherburg im Besitz der Stadt Innsbruck und wird gerne als Repräsentationsgebäude für kulturelle und gesellschaftliche Veranstaltungen verwendet.

Stadt Innsbruck

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