Das Romedikirchl bei Thaur - der hl. Romedius

Thaur - RomedikirchlÖstlich der Burgruine Thaur kann man schon von weitem am Waldrand das weiße Romedikirchl erkennen. Vielleicht handelt es sich dabei um die einstige Burgkapelle. Vermutlich ist auch hier der Sitz der Urpfarre Thaur zu sehen, zu der einst die Pfarreien Arzl, Mühlau, Rum, Thaur, Absam und Mils gehörten.

Romedius, der Sohn des Grafen von Thaur, erhielt eine sehr religiöse Erziehung und zog sich in einer Felsenhöhle zurück, um dort zu meditieren. Zu Ehren des Apostels Petrus ließ er bei der Burg eine Kapelle errichten. Nach dem Tod seiner Eltern verschenkte er seinen Besitz an Arme und pilgerte nach Rom zu den Gräbern der Apostel Petrus und Paulus. Nach seiner Rückkehr ließ er sich im Nonstal im Trentino nieder. Mit Hilfe von Vögeln, die ihm der Legende nach das Baumaterial auf die Felsen trugen, fand er den richtigen Platz für eine Einsiedelei. Er konnte zahlreiche Thaur - Hl. Romedius in der PfarrkircheWunder bewirken und hatte regen Zustrom von Hilfesuchenden.
Kurz vor seinem Tod wollte er noch einmal Bischof Vigil in Trient aufsuchen. Ein Bär überfiel ihn und zerriss sein Pferd. Romedius fing den Bären, zähmte ihn und ritt auf ihn nach Trient. Begraben wurde der Heilige in San Romedio im Nonstal.

Am 15. Jänner feiern die Thaurer das Fest ihres Heiligen, der meist mit dem Bären dargestellt ist.

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