Direkt am Waldrand oberhalb des Dorfes Thaur erkennt man noch die Reste der einstigen Burg Thaur. Auffallend ist vor allem ein großer Torbogen.

Zu Fuß spaziert man vom Nordrand des Dorfes den teilweise Ruine Thaur und Romedikirchlsteilen Weg durch Wiesen und einen Laubwald, durch eine mit Zinnen bekrönte Portalanlage und vorbei an Bildstöcken und Kalvarienberg-Kapellen. Beim Romedikirchlein zweigt man nach links ab und gelangt nördlich des Burgbergs weiter zur Ruine. Gehzeit ist ca. eine halbe Stunde, wobei feste Schuhe empfohlen werden.

Mit dem Auto kann man durch den Ortsteil Kapons bis zur Verbauung des Baches gelangen, von dort zu Fuß weiter zum Romedkirchlein und zur Ruine. Nach ca. 20 Minuten ist man am Ziel.

Leider sind von der einst mächtigsten Burg des Inntals nur mehr wenige Reste vorhanden. Die Ruine konnte so restauriert werden, dass sie nicht weiter verfällt.

Durch zwei mächtige Torbögen gelangt man in einen Hof, der von Mauerwerk und Turmresten umgeben ist.

  • Vermutlich sind die Ursprünge der Burg im 11. Jahrhundert zu Ruine Thaursuchen. Sie war im Besitz der Grafen von Andechs.
  • 1248 gelangte Thaur nach dem Aussterben der Grafen von Andechs an die Grafen von Tirol und einige Jahre später an Gebhard von Hirschberg, der als "Herr des Inntals" galt. Ihm gehörten auch die Burgen Vellenberg bei Götzens und Fragenstein bei Zirl. Auf ihn geht der Ausbau von Thaur zur größten Burganlage des Inntals zurück. Große Bedeutung hatte Thaur auch als Gerichtssitz, zuständig für das Gebiet zwischen Hötting (Innsbruck) und Vomperbach.
  • 1284 übernahm Graf Meinhard II. von Tirol-Görz Burg Thaur. Er konnte Tirol stark vergrößern und wird oft als "Schmied des Landes Tirol" bezeichnet. Bis zu ihrem Verfall blieb Thaur nun fast immer im Besitz der Tiroler Landesfürsten bzw. ihrer Nachfolger, der Habsburger. Die Burg wurde aber von Ruine Thaurverschiedenen Pflegern und Pfandinhabern verwaltet.
  • Berühmte Persönlichkeiten weilten auf der Burg, so etwa Margarethe Maultasch, Erzherzog Sigmund der Münzreiche, Kaiser Maximilian I. und Anna Katharina von Gonzaga-Mantua (zweite Gattin von Erzherzog Ferdinand II.).
  • Im Jahre 1670 erschütterten vierzig Tage lang Erdbeben das mittlere Inntal. Die Burg war damals schon in einem schlechten Zustand und verfiel nun zusehends.
  • Im 20. Jahrhundert setzte sich die Thaurer Schützenkompanie mit Hilfe von Land und Bund für die Erhaltung der bestehenden Teile ein.

Fremdenverkehrsverband Thaur

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