Erzherzog Sigmund der Münzreiche und seine Burgen

Erzherzog Sigmund der Münzreiche (Abbildung vom Habsburger-Stammbaum in Schloss Tratzberg)Der Erzherzog führte ein prächtiges Hofleben und war sehr freigebig. Seine beiden Ehen blieben kinderlos, doch soll er über 50 uneheliche Kinder gehabt haben, die er finanziell gut unterstützte. Innsbruck wurde nicht nur zu einem künstlerischen, sondern auch zu einem politischen Zentrum.Tirol war durch den Nord-Süd-Handel und die Bodenschätze (Silber und Kupfer vor allem in Schwaz) sehr reich.

Als der Erzherzog wegen seines großen Geldbedarfs Schloss Siegmundsried in Ried im OberinntalTeile Tirols an Bayern langsam verpfändete, griffen die Landstände, Kaiser Friedrich III. und dessen Sohn Maximilian ein. 1490 bewogen die Tiroler Landstände Sigmund zur Abtretung seiner Gebiete an Erzherzog Maximilian (später Kaiser Maximilian I.). Dieser übernahm die Regierung in Tirol und sorgte für Ordnung. Sigmund jedoch blieb weiterhin bis zu seinem Tod im Jahre 1496 in der Stadt.

Tirol war jedoch beim Tod des Erzherzogs stark Schloss Frundsberg (Sigmundsruh) in Schwazverschuldet. Eindeutig bewiesen ist seine Sterbeszene: Vor seinem Tod ließ er sich drei Becken mit Münzen an sein Bett bringen, "weil sein Gnad noch einmal in ein Silber greifen wollt", doch das Geld war aufgeliehen. Trotz seines Beinamens "der Münzreiche" hinterließ er ein stark verschuldetes Land.

Sigmund wurde in der Fürstengruft in Stift Stams Ruine Sigmundsburg im Fernsteinseebegraben. Mit ihm endet die erste Linie der Tiroler Habsburger (Herzog Friedrich IV. und Erzherzog Sigmund).

Erzherzog Sigmund ließ zahlreiche Burgen umbauen bzw. neu erbauten, von denen heute noch viele komplett oder als Ruinen erhalten sind: Sigmundsburg im Fernsteinsee, Sigmundsruh (Schloss Frundsberg) in Schwaz, Sigmundslust bei Vomp, Sigmundsried in Ried im Oberinntal, Sigmundskron bei Bozen u. a.

© TIBS! 2002 (a.prock)