Sage von der Belagerung Schrofensteins

Die ersten Mitglieder der Familie Schrofenstein sollen sehr gütig, mildtätig und fromm gewesen sein und sich um Witwen und Waisen gekümmert haben. Sie waren äußerst beliebt im Volk, was den Neid anderer Adelsgeschlechter hervorrief und zu einer Belagerung der Burg führte. Bald hatten die Burgbewohner kein Wasser mehr, worauf die Burgbewohner in der Kapelle vor einem Marienbild um Hilfe beteten. In der Nacht erschien dem Burgherrn eine Frau und teilte ihm mit, dass Gott die Gebete der Witwen und Waisen erhört habe und Schrofenstein nicht erobert würde. Auch sagte die Frau, dass der Burgherr in der Mitte des Gartens unter dem Rosenstrauch graben solle, und sofort würde frisches Quellwasser aus dem Felsen hervorspringen. Zudem würde der Wein im Weinfass niemals zu Ende gehen.
Als der Ritter am nächsten Tag aus dem schönen Traum erwachte, begann er sofort zu graben - köstliches Wasser sprudelte aus der Quelle. So konnen die Bewohner überleben. Auch der Wein ging nie zu Ende.

(Aus: Der Sammler, Blätter für tirolische Heimatkunde und Heimatschutz)

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