Südlich von Rotholz im Unterinntal auf einem steilen Felsenhügel.  Von dort genießt man einen schönen Blick auf Jenbach.

Steiler Weg, ca. 20 Gehminuten vom Gasthof Esterhammer in Rotholz.

Ruinenreste, neu erbaute Kapelle zu Ehren der hl. Notburga, im Zentrum leicht ansteigende weite Wiese. Die Wohngebäude befanden sich im Süden, während sich gegen Norden ein weiter Vorhof erstreckte, der von hohen Mauern und Tortürmen umgeben war.

  • Die Lage Ruine Rottenburg (Ansicht im Schwazer Bergbuch, 16. Jh.)der Burg auf einem steil ansteigenden Felsenhügel, der heute stark bewaldet ist, ermöglichte ursprünglich einen Ausblick auf das Inntal von Hall bis Rattenberg. Der Zugang, einst durch eine doppelte Turmanlage gesichert, lag im Westen. Durch die zahlreichen erhaltenen Mauerreste kann man erahnen, wie groß die viereckige Burganlage, die sich um einen ausgedehnten Hof erstreckte, war.
  • Die ältesten Bauteile stammen aus dem 12. und 13. Jh., spätere Zubauten gehen auf das 15. Jh. zurück.
  • Es handelt sich um die einst stolze Burganlage der Grafen von Rottenburg, einemRottenburg (Eingang von Westen) mächtigen Geschlecht, das erstmals 1149 als Ministerialen der Grafen von Andechs erwähnt sind. Den Grafen von Andechs gehörte das mittlere Inntal zwischen der Mündung des Ziller im Osten und der Mündung der Melach gegenüber der Martinswand im Westen sowie das Wipptal. Als Ministerialen hatten die Rottenburger verschiedene Dienste am Hof zu erfüllen, so verwalteten sie für die Andechser das Gebiet von Volders bis zum Ziller. Nach dem Aussterben der Andechser (1248) versahen sie das Amt des Hofmeisters für die Grafen von Tirol und stiegen zu den obersten Beamten am Hof und in der Regierung auf. 15 Burgen in Nord- und Südtirol zählten zu ihrem Besitz. Neben dem Landesfürsten waren sie im 14. Jh. die reichsten Grundherren in Nord- und Südtirol.
  • Als Herzog Friedrich IV. "mit der leeren Tasche", als Tiroler Landesfürst Graf von Tirol, denRottenburg (Ruinenreste) Bauern ihre alten Rechte bestätigte und die Macht des Adels eindämmen wollte, stellten sich die Rottenburger 1409/10 gegen ihren Herrn. Dabei gerieten sie in Gefangenschaft, verloren ihren Besitz und verfielen in Armut. Im Zuge der damaligen Kämpfe wurde die Rottenburg zerstört.
  • Die Ruine wurde jedoch bald wieder aufgebaut und diente den landesfürstlichen Pflegern und Richtern als Amtssitz. Als diese um 1700 in das Pflegerhaus nach Rotholz übersiedelten, begann der endgültige Verfall der einst mächtigen Anlage.

Ruine Rottenburg (Kapelle)1957 entstand an der Stelle eines einstigen Eckturmes die Notburgakapelle in Erinnerung an die einzige Tiroler Heilige, die in Rattenburg geboren wurde und auf der Rottenburg als Dienstmagd wirkte.

Hl. Notburga

Herbststimmung auf der Rottenburg

Gemeinde Buch

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