Ruine RettenbergNeben der Straße von Kolsass zum Kolsassberg erhebt sich auf einer kleinen Anhöhe die ausgedehnte Ruine von Neu-Rettenberg, dem Nachfolgebau von Alt-Rettenberg. Auf der einst mächtigen Burg befand sich über Jahrhunderte der Sitz eines bedeutenden Gerichts.

Man fährt von Kolsass in Richtung Kolsassberg und sieht nach kurzer Strecke links die Ruine. Entweder man parkt gleich neben der Straße oder fährt direkt dorthin.

Alte Abbildungen zeigen die einst mächtige Burg, von der leider nur Ruine Rettenberg (Abbildung der einst mächtigen Anlage, 1959)mehr die rechteckige aus riesigen Quadern erbaute Ringmauer und vier nach innen offenen Eckrondelle, die Reste des Haupttores und die überwachsenen Grundmauern des einst fünfgeschossigen Palas von Neu-Rettenberg erhalten sind. Wo einst innerhalb des Mauergevierts die große Gerichtsburg stand, dort breiten sich heute Wiesen und Obstbäume aus, die zu einem im einstigen Schlossbereich errichteten Bauernhof gehören.
  • Über Jahrhunderte war Rettenberg der Sitz eines bedeutenden Gerichts. Die von den mächtigen Grafen von Rottenburg (siehe Rottenburg bei Rotholz) eingesetzten Richter besaßen allerdings nur die niedere Gerichtsbarkeit. Todeswürdige Verbrechen wurden im Hochgericht Rottenburg abgeurteilt.
  • Nach dem Aussterben der Rottenburger im 16. Jh. fiel deren gesamter Besitz und damit auch Alt-Rettenberg an die Tiroler Landesfürsten, die es als Pfand verliehen. Ruine Rettenberg (Wandbild: Kaiser Maximilian I. übergibt Schloss Rettenberg an Ritter Florian Waldauf)
  • 1492 übergab Kaiser Maximilian I. die alte Burg seinem Ratgeber und Freund Ritter Florian Waldauf zu Waldenstein. Ritter Waldauf ließ die nahegelegene verfallene Burg Alt-Rettenberg abreißen und mit dem Abbruchmaterial etwa 850 m weiter nördlich das neue Gerichtssschloss Neu-Rettenberg errichten. Ein Fresko aus dem Jahre 1959 auf dem Bauernhof in den Ruinen zeigt Kaiser Maximilian I. bei der Übergabe von Schloss Neu-Rettenberg an Florian Waldauf.
  • Als Ritter Florian Waldauf 1510 starb, war das neue Schloss noch nicht ganz fertig. Der neue Besitzer Oswald Freiherr von Wolkenstein baute die Anlage aus. 1559 befand sich das Schloss in sehr gutem Zustand.
  • 1649 fiel Rettenberg, das inzwischen mehrmals den Besitzer gewechselt hatte, an die Grafen Fieger von Friedberg, die jedoch wenig Interesse zeigten. So setzte allmählich der Verfall ein.
  • 1798 kaufte der Kolsasser Pfarrer das schon teilweise verfallene Schloss.
  • 1825 ging die Gerichtsbarkeit von Rettenberg auf das Landgericht in Hall über.

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