Einige Kilometer westlich von Silz im Oberinntal liegt auf einer Anhöhe direkt im Inntal die Burg St. Petersberg.

Von der Bundesstraße zweigt eine asphaltierte Straße in Richtung Süden ab, auf der man zu einem Parkplatz gelangt. Der weitere Straßenverlauf ist privat, kann jedoch zu Fuß begangen werden und führt um einen Teich herum zum Eingang der Burg im Osten. Nach rund 10 Minuten ist man dort angelangt.

Burg Petersberg ist eine sehr gut erhaltene Anlage. Im Süden Burg St. Petersberg bei Silzerstreckt sich ein Teich, nach Norden und Westen hin fällt die Anhöhe sanft zum Inntal ab. Der Eingang liegt im Osten und ist bequem zu erreichen.

Auffallend ist der hoch aufragende Bergfried, der oben mit Zinnen bekrönt ist. Die geschlossenen Wohngebäude mit einer Kapelle umgeben einen Innenhof.

Außerhalb der eigentlichen geschlossenen Burg steht etwas östlich der so genannte Schnitzer- oder Faulturm, der ursprügliche Sitz der Burggrafen.

  • Vermutlich war der Burghügel schon in karolingischer oder noch früherer Zeit besiedelt. Ziemlich sicher errichteten die Burg St. Petersberg bei Silz (Schnitzer- oder Faulturm)Welfen hier eine romanische Burg als Stützpunkt der Verwaltung ihrer Tiroler Besitzungen.
  • 1196 findet sich die erste Erwähnung unter der Bezeichnung "Neuhaus". Die Burg gelangte dann an die Grafen von Tirol.
  • 1228 tritt erstmals der Name "Petersberg" auf. Graf Meinhard II. von Tirol ließ die Anlage großzügig ausbauen und erhob sie zum Gerichtssitz. Er selbst war oft in der Burg und ließ hier seine Amtskasse verwahren.
  • Die Tiroler Landesfürsten verpachteten oder verpfändeten Petersberg immer wieder. So waren etwa die Herren von Freundsberg von 1407 bis 1587 die Pfandinhaber und erneuerten die Burg weitgehend.
  • Im 17. Jahrhundert übersiedelte der Richter nach Silz.Burg St. Petersberg bei Silz
  • 1777 kauften die Grafen Wolkenstein-Rodenegg die Burg, die bis zum Brand von 1857 in einem guten Zustand war.
  • 1893 erwarb Kaiser Franz Josef I. die Ruine und ließ sie wieder aufbauen. Sie diente als Erholungsheim für Offizierstöchter, während des Ersten Weltkriegs als Lazarett und danach der italienischen Besatzung. Die Enkelin Franz Josefs, Hedwig von Habsburg, und deren Gemahl Graf Stolberg erbten die Burg. Vor 1983 malte hier Max Weiler seine farbenfrohen Bilder.
  • Graf Stolberg verkaufte St. Petersberg an die Schutzengelbruderschaft, die 1965 die Burg zu einem Ordenshaus umbaute. Somit konnte der Verfall der Anlage verhindert werden. Diese Schutzengelbruderschaft wird als Orden der Regular-Kanoniker vom Heiligen Kreuz bezeichnet.

Burg Petersberg ist in Privatbesitz und öffentlich nicht zugänglich.

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