Die Mentlberger Wallfahrt

Innsbruck - Schloss Mentlberg (Wallfahrtskapelle)Christoph II. von Khuepach kämpfte als kaiserlicher Offizier im Dreißigjährigen Krieg und fand in einer halb zerstörten Waldkapelle bei Holzheim in der Nähe von Ulm eine verwitterte geschnitzte Muttergottesstatue mit dem Leichnam Christi auf dem Schoss. Er durfte das Bildnis mitnehmen, brachte es nach Tirol und ließ es in der schon bestehenden Mentlberger Kapelle aufstellen. Sehr rasch entwickelte sich eine blühende Wallfahrt zur "Schmerzhaften Mutter auf der Gallwiese", da wundertätige Heilungen stattfanden. Das Kloster Wilten nahm sich der Wallfahrt an, restaurierte die Kapelle und förderte das Aufstellen von sieben Bildsäulen entlang des Weges von Innsbruck nach Mentlberg. Zahlreiche Votivtafeln bezeugen die Rettung aus todbringender Krankheit.

Innsbruck - Schloss Mentlberg (Kapelle mit den Siebenschläfern)Auch die so genannten "Siebenschläfer" wurden hier verehrt. Sie galten als Fürbitter bei hohem Fieber und zur Rettung aus "Todesschlaf". Es handelt sich dabei um sieben Märtyrer, die sich im Zuge der Christenverfolgungen 250 n. Chr. in Kleinasien in einer Höhle versteckten. Der Höhleneinang wurde mit Steinen zugeschüttet, um die sieben Knaben verhungern zu lassen. Sie sollen jedoch entschlafen sein. Als man nach 200 Jahren die Höhle als Schafstall benutzte, sollen sie wieder erwacht sein. Der Wiltener Abt Dominikus Löhr ließ in der Kapelle die krippenartige Grotte mit der plastischen Darstellung der Siebenschläfer errichten.

Innsbruck - Schloss Mentlberg (Wallfahrtskapelle)Die rasche Zunahme der Wallfahrt führte 1770 zum Bau einer neuen Kapelle im Stil des Rokoko. Die Pläne stammen von Konstantin Johnn Walter (Umbau der Hofburg in Innsbruck), die Ausführung erfolgte durch Michael Umhauser. Die Fresken stammen vom berühmten Augsburger Maler Matthäus Günther, der in Tirol etwa die Basilika Wilten, die Pfarrkirche Rattenberg, die Stiftskirche Fiecht und die Pfarrkirche Götzens ausmalte.

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