Schloss Mentlberg erhebt sich südwestlich von Innsbruck etwas oberhalb des Talbodens oberhalb westlich von Wilten am Waldrand. Zu Füßen liegt der Stadtteil Sieglanger.

Die Zufahrt zweigt von der Straße Innsbruck - Völs ab, gleich nach der Bahnüberführung bzw. nach der Autobahneinfahrt Innsbruck-West, wenn man von Innsbruck kommt. Man gelangt mit dem Auto bis zum Schloss.

An der Stelle des heutigen Schlosses gab es mehrere Innsbruck - Schloss MentlbergVorgängerbauten. Das Schloss wurde 1905 im Stil des Historismus nach dem Vorbild französischer Loireschlösser erbaut. Auffallend im Osten ist der mächtige Eingangsturm mit seinen zeltdachgedeckten Eckerkern und dem großen Pyramidendach. Eine Uhr und das Wappen des Bauherrn schmücken die Turmfassade.

Leider ist von der einst prächtigen Innenausstattung nur mehr ein schöner getäfelter Raum im Erdgeschoss erhalten.

  • Im Jahre 1305 ist hier ein Meierhof des Klosters Wilten auf der Gallwiese erwähnt, neben dem dann an gut sichtbarer Stelle ein Turm für Kreidenfeuer (Signalfeuer) errichtet wurde. 1622 musste der Turm einer Kapelle weichen.
  • Der Meierhof wurde vom Kloster verkauft. Die bekanntesten Innsbruck - Schloss MentlbergBesitzer waren die Mentlberger, die dem späteren Ansitz den Namen gaben.
  • Unter Kaiser Maximilian I. wurde Heinrich von Mentlberger, kaiserlicher Rat und Besitzer des heutigen Gasthauses Happ in der Innsbrucker Altstadt, Stadtrichter und Bürgermeister von Innsbruck, geadelt und der Hof auf der Gallwiese zum Ansitz erhoben und ausgebaut. Nach den Mentlbergern gab es mehrere Besitzer.
  • Im 17. Jh. entstand hier eine Wallfahrt. Kapelle und Ansitz gelangten in den Besitz des Klosters Wilten, das sich sehr um die Wallfahrt kümmerte.
  • 1770 wurde aufgrund der blühenden Wallfahrt eine neue Kapelle errichtet und der Ansitz erweitert.
  • 1861 kaufte Gräfin Therese Spaur den Ansitz und ließ ihn renovieren.
  • 1884 kamen wieder neue Besitzer, die im alten Ansitz eine Innsbruck - Schloss Mentlbergmoderne Hotelpension eröffneten, in der Fichtennadel-, Sole- und Mineralbäder verabreicht wurden.
  • 1890 erwarb der französische Prinz Ferdinand von Bourbon-Orleans den Ansitz, ein begeisterter Jäger, der sich gerne in Tirol aufhielt. Er ließ 1905 den Ansitz im Stil der Loireschlösser umbauen. Mit seiner Gattin Sophie, der Schwester der österreichischen Kaiserin Elisabeth (Sisi), Gattin von Kaiser Franz Joseph I., weilte der Herzog gerne in Mentlberg. Kaiser, Könige und Fürsten waren oft zu Gast. 1897 stellte sich die Schlossherrin in Paris während eines Wohltätigkeitsfestes uneigennützig als Verkäuferin zu Verfügung. Damals brach ein verheerender Brand aus, dem sie zum Opfer fiel.
  • Während des I. Weltkriegs befand sich im Schloss ein Lazarett für lungenkranke Soldaten.
  • Nach dem I. Weltkrieg fand das Schloss abwechselnd Verwendung als Lehrlingsheim, Gastwirtschaft mit 110 Hotelzimmern und Kaserne.
  • Heute gehört das Schloss dem Land Tirol und ist seit 1948 ein Schüler- und Lehrlingsheim.

Amt der Tiroler Landesregierung
0512/508

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