Historische Garten- bzw. Parkgestaltung

Gärten sind so alt wie die Menschheit und verkörpern letztendlich sehr oft die Sehnsucht nach dem Paradies.

Italienische Gärten
Heimat der nachmittelalterlichen Gartenkunst Europas bis 1700 ist die Toskana, wo es schon Mitte des 14. Jh. prächtige Gärten gab. Damals sah man die Mathematik als Schlüssel zur Wahrheit hinter den Dingen, woraus Symmetrie, Gleichmaß, gerade Linien, ausgewogene Proportionen die Gartengestaltung bestimmten. Der Mensch wollte die Natur beherrschen. Harmonie war oberstes Gebot. Diese symmetrisch angelegten Gärten werden als italienische Gärten bezeichnet.

Französische Gärten
Die Idee der italienischen Gärten gelangte um 1500 nachBeispiel eines symmetrisch gestalteten Parks bzw. Gartens (italienischer bzw. französischer Park)Frankreich, wo riesige Anlagen entstanden, die so genannten französischen Gärten. Paradebeispiel ist der Park von Schloss Versailles. Vor allem in der Zeit des Barock (17./18. Jh.) entstanden zahlreiche ganz symmetrisch angelegte Parks, so etwa bei uns in Schloss Schönbrunn.

Englische Gärten
Als einer Art Gegensatz zur Symmetrie und Beispiel eines englischen ParksGeometrie der Renaissance und des Barock entwickelte sich in der zweiten Hälfte des 18. Jh. der englische Garten. Er ist gegen alles Regelmäßige, Symmetrische, Geometrische gerichtet und liebt unregelmäßige Formen, wie sie in der Natur vorkommen. Man gewinnt den Schlosspark MatzenEindruck einer von der Natur frei gestalteten Landschaft, ohne den Eingriff des Menschen. Doch dieser Eindruck trügt, denn auch hier hatte der Mensch intensiv seine Hände im Spiel - Bäume, Büsche, Bäche, Seen, Hügel, Vertiefungen etc. wurden vom Menschen gestaltet. Typisch ist auch die Anlage von Tempeln, Ruinen, Triumphbogen, Pavillons, kunstvoll gestalteten Brücken u. a.

FSchlosspark Matzenranz Freiherr von Lipperheide ließ Ende des 19. Jh. von Architekten den heutigen Schlosspark von Matzen in englischer Art anlegen. Zahlreiche damals gepflanzte Bäume und Sträucher sind noch erhalten und zu bewundern.

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