Burgen als Gerichtssitze

Burg LaudeckZahlreiche Tiroler Burgen spielten über Jahrhunderte eine bedeutende Rolle als Gerichtssitze. Sehr oft gehörten sie dem Landesfürsten, waren jedoch Sitz eines so genannten Pflegers (= Richters), der den Landesfürsten vertrat.

Einerseits ist eine Burg ein Herrschafts- bzw. Machtsymbol, andererseits bot eine Burg genügend Räumlichkeiten für Gefängnisse und die Unterkunft des Pflegers und seiner Helfer (Soldaten, Gerichtsschreiber, Folterknechte etc.). Zudem boten die festen Mauern Sicherheit. Im Zusammenhang mit dem Gericht entstanden im Laufe der Zeit auch umfangreiche Archive, die intensiv Auskunft über die Besitzverhältnisse der vom Gericht verwalteten Dörfer und Ländereien geben, aber natürlich auch über die durchgeführte Gerichtsbarkeit.

Man unterscheidet die "hohe Gerichtsbarkeit" und die "niedere Gerichtsbarkeit". Bei der hohen Gerichtsbarkeit konnten auch Todesurteile ausgesprochen werden, man spricht von Blutgerichtsbarkeit. Zu jedem Hochgericht gehörte eine eigene Richtstätte, ein Galgen. Dieser befand sich an einer gut sichtbaren Stelle, meist an einer Durchzugsstraße. Die Vollstreckung von Todesurteilen war eine öffentlich Angelegenheit, jeder konnte zusehen.

Laudegg hatte die hohe Gerichtsbarkeit inne. Für Laudeck war der Haller Henker zuständig. Der Galgen befand sich nördlich von Prutz an der Straße im Tal.


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