Festung Kufstein (in der Mitte Kaiserturm)

Hier, an einer engeren Stelle des unteren Inntals, erhebt sich auf der rechten Innseite ein rund 400 m lange rund 200 m breiter steil aufragender Felskopf. Schon früh entstand aus strategischen Gründen eine Befestigung, vielleicht sogar die erste der zahlreichen Burgen Tirols. Sie beherrscht den Eingang vom Alpenvorland in das Tiroler Inntal.

Die Festung befindet sich mitten in der Stadt. Von der Innseite her führt ein Lift hinauf. Vom unteren Stadtplatz gelangt man über einen gedeckten Gang in mehreren Windungen auf die Anhöhe.

Im Laufe der Jahrhunderte wurde die Festung Kufstein zu einer Festung Kufsteinmächtigen Anlage ausgebaut. Stadt und Festung bildeten lange Zeit eine fast uneinnehmbare Einheit.

Schon von weitem fällt der riesige runde Geschützturm auf, der auf Kaiser Maximilian I. zurückgeht. Seine Mauerstärken sind bis zu 7 m, hinter deren Schlitzen die Kanonen postiert waren.

Die in den folgenden Jahrhunderten zugefügten Erweiterungsbauten fallen ebenfalls durch die Wehrhaftigkeit auf.

Nahe der Pfarrkirche führt ein Torbogen in den Festungsneuhof, in dem sich auch der Spieltisch der Heldenorgel befindet. Diese ist 80 m höher im Bürgerturm Festung Kufstein (Einbruchstelle der Bayern im Jahre 1703)untergebracht.
Ein gedeckter Aufgang führt zur Zugbrücke und zum alten Schlosspfortengebäude. Hier ist die Stelle, an der im Jahre 1703 die Bayern in die Burg eindrangen.
Der Gang führt weiter ins Freie. Rechts gelangt man durch ein Tor zur Gaudenzbatterie, zum tiefen Brunnen und zum Fuchsturm. Der tiefe Brunnen wurde aus dem Felsen bis zum Grundwasser des Inn gehauen und mit Hilfe eines Tretrades das Wasser aus 68 m Tiefe heraufbefördert.
Direkt neben dem Tor beginnt die Untere Schlosskaserne. Von dort führt links ein Weg zum zweiten Stock des Bürgerturms, wo sich die Heldenorgel befindet.
Festung Kufstein (überdachter Aufgang)Geht man einige Stufen hinauf und durch einen Torbogen hindurch, gelangt man links zum Schlossrondell mit den Schießscharten. Vom Schlossrondell führen einige Stufen in den Innenhof der Oberen Schlosskaserne, wo sich der Burggasthof befindet. Von hier aus ist auch der Zugang zum mächtigen Kaiserturm. Im Turm selbst gibt es mehrere Stockwerke. Teilweise sind noch Erinnerungsstücke an die Belagerung von 1504 erhalten. Im dritten Geschoss des Turmes befanden sich die Zellen des Staatsgefängnisses, in dem vor allem im 19. Jh. zahlreiche angesehene Persönlichkeiten verschiedener Nationalitäten wegen politischer Vergehen eingesperrt waren. Bekannt war der ungarische Räuberhauptmann Rosza Sandor.
In der Oberen Schlosskaserne ist auch das Heimatmuseum eingerichtet.
Zusätzlich zum eben beschriebenen Hauptteil der Burg gibt es noch Bastionen (Schutzwerke) und Kasematten (ummauerte, kugelsichere Räume) aus späterer Zeit, so die Wallachenbastei, die Pfauenschwanz-Bastion und die Josefsburg.

  • 1205 erfolgt die erste Erwähnung einer Burg als gemeinsamer Besitz der Bischöfe von Regensburg und der Herzöge von Bayern.
  • In den folgenden Jahrzehnten ging die Anlage in den Besitz Festung Kufstein (Innenhof der oberen Schlosskaserne)der Herzöge von Bayern über.
  • Das Jahr 1504 war entscheidend für Kufstein und für Tirol. Im Zuge des bayrischen Erbfolgekrieges konnte Kaiser Maximilian I. die Gerichtsbezirke Kufstein, Kitzbühel und Rattenberg für Tirol gewinnen. Somit wurde Kufstein zur Grenzfestung gegen Bayern und dementsprechend wichtig. Die Burg wurde von Maximilian I. beschossen und großteils zerstört, nach der Eroberung jedoch sofort neu aufgebaut und verstärkt. Anstelle des alten Bergfrieds entstand der mächtige Kaiserturm.
  • Im 17. und 18. Jahrhundert erfolgten weitere Ausbauten. Auf Festung Kufstein (Bürgerturm mit Heldenorgel)dem Zellerberg und dem Thierberg auf der gegenüberliegenden Seite wurden Wehrbauten errichtet, im Bereich des Inn Schanzwerke angelegt. Somit konnte das Tal gut verteidigt werden.
  • 1703 konnten die Bayern die Festung erobern, zogen aber bald wieder ab.
  • In den Jahren 1830-1850 diente die Festung Kufstein als Gefängnis für zahlreiche Freiheitskämpfer aus Polen, Ungarn, Italien und Wien. Einer der berühmtesten Gefangenen war der ungarische Räuber und Viehdieb Rosza Sandor.

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