Ritter Oswald Milser

Eng mit der Geschichte von Burg Klamm ist der Ritter Oswald Milser verbunden. Seiner Familie gehörte die Burg im 14. Jahrhundert.

Sage vom Hostienwunder von Seefeld
Ritter Oswald Milser waltete auch als Pfleger auf der einstigen Burg Hostienwunder des Oswald Milser (Darstellung von Max Spielmann auf dem Weg zur Burg Klamm)Schlossberg bei Seefeld, die heute nicht mehr existiert. Er galt als stolzer und reicher Mann. Im Jahre 1384 forderte er bei der Osterkommunion in der Pfarrkirche Seefeld die große Hostie. Der Pfarrer hatte nicht dem Mut, ihm diesen Wunsch zu verweigern. Kaum berührte die große Hostie die Zunge des Ritters, begann der kniende Ritter im harten Steinboden zu versinken. In der Angst versuchte er, sich am Altarstein zu halten, doch auch dieser gab wie Wachs nach, sodass sich die Hand deutlich in den Stein drückte. Als der Ritter Reue zeigte und den Priester bat, ihm die Hostie wieder aus dem Mund zu nehmen, stand der Boden wieder fest. Voll Reue begab sich Ritter Oswald Milser in das Kloster Stams, wo er noch zwei Jahre in strenger Buße lebte. Er liegt dort in der Milserkapelle begraben.

Oswald Milser und der Abt von Kloster Wilten
1363 übergab die Tiroler Landesfürstin Margarethe Maultasch Tirol an die Habsburger. Die Bayern beanspruchten jedoch das Land und fielen in Tirol ein. Oswald Milser trat ihnen nahe der Burg Klamm entgegen und besiegte sie. Da der damalige Abt von Kloster Wilten auf der Seite der Bayern stand, drang Oswald Milser in das Kloster ein, nahm den Abt gefangen und brachte ihn auf die Burg Klamm. Oswald Milser wurde dafür exkommuniziert (aus der katholischen Kirche ausgeschlossen). Der freigelassene Abt wurde jedoch bald danach in der Nähe seines Klosters in der Sill ertränkt gefunden.

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