Auf dem Mieminger Plateau westlich von Telfs ragt über einer tiefen Felsschlucht ca. 1,5 km östlich von Obsteig unterhalb von Fronhausen Burg Klamm empor.

Burg KlammDirekt beim westlichen Ortsschild von Fronhausen zweigt von der Hauptstraße eine schmale Straße gegen Süden ab. Ein kleines Stück kann man fahren, dann muss man das Auto parken und zu Fuß den privaten Fahrweg nach unten gehen, vorbei an einem offenen Schranken. Nach ca. 15 Minuten gelangt man zur Burg.

Burg KlammWarum entstand an dieser Stelle eine Burg? Einst führte hier eine der wichtigsten Durchzugsstraßen Tirols vorbei. Bei Mötz gab es eine der ältesten Innbrücken Tirols, bis Mötz wurden Waren auf dem Inn transportiert, vor allem Haller Salz. Die Straße führte von Mötz über Klamm, Nassereith und den Fernpass nach Deutschland. In diese wichtige Verkehrsader mündete im Burgbereich der alte Weg, der von Telfs herauf über das Mieminger Plateau führte.

An drei Seiten ist Burg Klamm von steilen Hängen umgeben. Auffallend ist der mächtige runde Bergfried mit seinen Viereckzinnen. Der eigentliche Palasbau liegt tiefer und etwas entfernt vom Bergfried. Zur Toranlage gelangt man über eine Holzbrücke.

  • 1250 werden die Herren von Chlamm als Lehensmannen von Petersberg genannt. InBurg Klamm der Heilig-Blut-Kapelle im nahen Stift Stams im Inntal haben diese Herren von Chlamm ihre Grabstätte errichten lassen.
  • Bis Ende des 13. Jahrhunderts diente Klamm auch als Mittelpunkt der Verwaltung der Besitzungen des Hochstiftes Augsburg in diesem Gebiet. Ende des 13. Jahrhunderts gelangte die Burg in den Besitz von Graf Meinhard II. von Tirol.
  • Um 1239 kam Klamm an die Herren von Milser. Der bekannteste Vertreter dieser Familie war Oswald von Milser, der durch die Sage vom Hostienwunder in Seefeld Berühmtheit erlangte. Dieser Ritter vertrieb 1368 die eindringenden Bayern, die im Burg Klamm (Hostienlegende von Oswald Milser in der Pfarrkirche Seefeld, Darstellung auf dem Fahrweg zu Burg Klamm von Max Spielmann)Zuge der Übergabe Tirols an die Habsburger unter Margarethe Maultasch im Jahre 1363 Tirol beanspruchten. Der Ort der Schlacht heißt seit damals Barwies (Boarwies - Bayernwiese).
  • 1399 gelangte Klamm als Erbe an die mächtigen Starkenberger. Da sie sich gegen ihren Landesfürsten Herzog Friedrich IV. auflehnten, entmachtete dieser sie und übernahm 1423 die Burg. Klamm wurde durch Pfleger verwaltet oder als Pfandschaft vergeben.
  • Im 19. und 20. Jahrhundert wechselten mehrere Besitzer. 1956 kaufte der deutsche Industrielle Hünnebeck die schon stark verfallene Burg und ließ sie großzügig renovieren.

Burg Klamm ist in Privatbesitz und nicht öffentlich zugänglich.

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