Auf einem Bergsporn erhebt sich am Eingang des Brixentals Schloss Itter. Von hier aus konnte man das Tal gut kontrollieren.

Neben der Pfarrkirche Itter befindet sich die Zufahrt zum Schloss, das jedoch Privatbesitz und nicht zugänglich ist.

Die heute neugotische Burganlage gruppiert sich direkt um den Bergfried herum und besteht aus mehreren Bauten. Vor dem Bergfried erstreckt sich ein Garten mit einem Swimming-Pool.
  • 1240 erfolgt die erste Nennung einer Burg Itter. Sie war im Schloss ItterBesitz der Vögte (Schutzherren) der Bischöfe von Regensburg. Itter wurde zur Grenzfestung gegen die Salzburger Erzbischöfe.
  • 1380 verkauften die Regensburger Bischöfe Dorf, Burg sowie Gerichtsbarkeit an das Salzburger Erzbistum, bei dem es bis 1803 blieb.
  • 1526 plünderten und zerstörten die Bauern und Knappen im Zuge der Bauernaufstände die Burg, die jedoch nach wenigen Jahren wieder aufgebaut wurde.
  • 1806 kaufte die Gemeinde Itter die Anlage. Leider verfiel die Burg langsam.
  • 1877 erwarb ein Münchner Bürger die schon teilweise verfallene Burg und restaurierte sie im Stil des Historismus, um eine Fremdenpension mit fünfzig Zimmern einzurichten. Alledings kamen sehr wenige Gäste.
  • 1884 erwarb Sophie Menter, eine in ganze Europa bekannte Pianistin, das Schloss. Itter stieg zum Treffpunkt von berühmten Musikern und Komponisten auf. So etwa kamen Liszt, Tschaikowskij, Richard Wagner u. a. hierher. Die Besitzerin verarmte jedoch.
  • Als 1902 der Berliner Eugen Mayr das Schloss erstand, ließ er es zu einem "gotischen Schloss" umgestalten. Der Rechteckturm erhielt seinen wehrhaften Charakter. Mehrere Innenräume wurden mit Holztäfelungen und Malereien aus deutschen Sagen ausgestattet.
  • Von 1943 bis 1945 war Itter Internierungslager für hochrangige feindliche Politiker und Offiziere. Dabei waren der einstige italienische Ministerpräsident Francesco Nitti sowie vor allem französische Generäle und Staatsmänner. Sie konnten einigermaßen standesgemäß leben, benutzten das Schwimmbecken, spielten Tennis, durften sogar ab und zu nach Wörgl ins Kino.
  • Nach dem Zweiten Weltkrieg drohte Itter wieder zu verfallen, wurde aber zu einem feudalen Hotel mit eigenem Hubschrauber-Landeplatz umgebaut. Wegen finanzieller Probleme musste das Nobelhotel verkauft werden.
  • Heute ist Itter im Besitz des Kufsteiner Rechtsanwalts Dr. Ernst Bosin.

Schloss Itter ist Privatbesitz und öffentlich nicht zugänglich.

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