1765 - Hochzeit und Tod in Innsbruck

Erzherzog Leopold, einer der Söhne von Maria Theresia, heiratete die spanische Prinzessin Maria Ludovica. Damit die Braut nicht den weiten Weg von Madrid bis Wien zurücklegten musste, entschied sich Maria Theresia für Innsbruck als Ort der Hochzeit.

Im August 1765 fand diese Hochzeit in Innsbruck statt. Maria Theresia und ihr Gatte Franz Stephan von Lothringen, der Bräutigam Leopold und seine Geschwister Joseph, Maria Christina und Maria Anna brachen am 4. Juli 1765 in Wien auf, reisten über Graz, Klagenfurt, Lienz und den Brennerpass, und erreichten am 15. Juli 1765 Innsbruck. Überall auf dem Weg gab es Feste und Ehrungen für die kaiserliche Familie.

Maria Ludovica verließ am 14. Juni 1765 Madrid und traf erst am 2. August 1765 in Innsbruck ein. Die beiden Eheleute hatten sich vorher nie gesehen, kannten sich aber von Bildern. Beide waren dementsprechend aufgeregt.

Hofburg in Innsbruck (Kaiser Franz I. Stephan von Lothringen)Im Zuge der Hochzeitsfeierlichkeiten fanden im Theater gegenüber der Hofburg Opern- und Ballettveranstaltungen statt. Auf einer solchen Veranstaltung fühlte sich Kaiser Franz Stephan von Lothringen nicht wohl, begab sich in die Hofburg, brach dort in einem Dienerzimmer zusammen und verstarb. Vermutlich beendete eine Herzinfarkt sein Leben, das von üppigem Essen und Trinken gekennzeichnet war. Der Leichnam wurde einbalsamiert und im Riesensaal aufgebahrt.

Die Rückreise der kaiserlichen Familie nach Wien erfolgte von Hall aus über den Inn, wozu für die Beförderung des Hofstaates und des gesamten Gepäcks 19 Schiffe nötig waren. Der Kaiser wurde in der Kapuzinergruft in Wien bestattet.Hofburg in Innsbruck (Sterberaum von Kaiser Franz I. Stephan von Lothringen)

Maria Theresia ließ das Sterbezimmer ihres Gatten zu einer Kapelle umbauen und gründete das adelige Damenstift. Die Stiftsdamen mussten täglich für den verstorbenen Kaiser beten.

Triumphpforte in InnsbruckDie Triumphpforte am südlichen Ende der Maria-Theresien-Straße erinnert einerseits an die Hochzeit Leopolds (Südseite), andererseits an den Tod des Kaisers (Nordseite). Auch die Hofburg wurde noch weiter ausgebaut.

 

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