Burg Heinfels bei SillianOberhalb von Panzendorf bei Sillian krönt die ausgedehnte Burganlage von Hainfels einen Hügel im Norden des Pustertals. Von dieser strategisch günstig gelegenen Stelle konnte man das Pustertal sowie das gegenüber mündende Kartitscher Tal beherrschen.

Von der Pustertaler Bundesstraße aus führen mehrere Fußwege und ein Fahrweg zur Burg.

Burg Heinfels bei SillianBei Burg Heinfels handelt es sich um eine große Anlage, gekennzeichnet von zinnenbewehrten Mauern, runden und eckigen Türmen, einem mächtigen Bergfried, Wohngebäuden und verschiedenen Zwingeranlagen. Da die heutige Burg zu unterschiedlichen Zeiten entstand, ergibt sich eine unregelmäßige Form.

Auffallend sind die 38 Schießscharten und die immer wieder Burg Heinfels bei Sillianerneuerten "Sturmpfähle", die das Anlegen von Leitern und das Erklettern der Mauer verhindern sollten und heute noch gut sichtbar sind.

Vom Hügel aus genießt man einen herrlichen Ausblick auf das Pustertal und die Bergbauernhöfe auf den Höhen.

  • Über den Ursprung der Burg ist nichts bekannt. Vielleicht wurden die ersten einfachen Bauten von versprengten hunnischen Reitern errichtet, die im 5. Jh. ins obere Drautal vordrangen.Burg Hainfels bei Silian
  • 1243 ist die Burg erstmals nachweisbar als Besitz der Freisinger Ministerialen.
  • Noch im 13. Jahrhundert gelangte die Burg an die Grafen von Görz, die hier einen wichtigen Militärstützpunkt im Pustertal erbauten. Heinfels war auch Sitz der Pfleger und Richter des großen Gerichts gleichen Namens.
  • Der Görzer Graf Heinrich IV. flüchtete vor seiner zänkischen Frau von Schloss Bruck hierher, wo er mit seinen Männern ein angenehmeres Leben führen konnte. Seine Gattin ließ die Burg jedoch belagern, und er starb als Gefangener seiner bösen Frau. Burg Heinfels bei Sillian (Herbststimmung)
  • Nach dem Aussterben der Görzer Grafen gelangte Heinfels im Jahre 1500 an Kaiser Maximilian I., der es weiter ausbauen ließ. Da er sich ständig in Geldnöten befand, verpfändete er Burg und Gericht an den Bischof von Brixen.
  • 1526 belagerte der Bauernführer Michael Gaismair mit rund 2000 Bauern vergeblich die Anlage.
  • Die Herren von Wolkenstein-Trostburg waren die zweiten Pfandinhaber. Sie verbesserten die Verteidigungsmöglichkeiten.
  • 1613 zerstörte ein großer Brand weite Teile der Burg.
  • 1783 gelangte Heinfels an den Staat, der das Schloss an die Gemeinden des Landgerichts Heinfels verkaufte.
  • Am Beginn des 20. Jahrhunderts diente Heinfels als Kaserne und erlitt dabei schwere Schäden.
  • Von 1936 bis 1974 setzte sich der Sillianer Kaufmann Alois Stallbaumer gegen den weiteren Verfall ein. Er vermachte Heinfels den Innsbrucker Jesuiten.
  • Seit 1977 ist der Wiener Rechtsanwalt Dr. Max Villgrattner im Besitz des Schlosses.

Burg Heinfels ist in Privatbesitz und nicht zugänglich.

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