Schloss Friedberg bei VoldersSchloss Friedberg erhebt sich auf einem steil aufragenden Felsen auf der Südseite des Unterinntals etwas westlich von Volders ca. 13 km östlich von Innsbruck. Der Anstieg vom Inntal her ist eher sanft, während der Fels in Richtung Süden und Osten steil zur Volderbachschlucht abfällt.

Schloss Friedberg bei Volders (Rondell)Für den Wanderer bietet sich die Gelegenheit, von der Karlskirche, die neben der Innbrücke bei der Bundesstraße und and der Autobahn liegt, gemütlich in ca. 20 Minuten zur Burg zu gelangen.

Der Autofahrer zweigt beim Kreisverkehr in Volders ab und kann sein Fahrzeug auf einem Parkplatz etwas unterhalb der Burg abstellen. Von dort sind es ca. 3 Gehminuten zum Burgeingang, wobei der kurze Kiesweg eher steil ist und an einem Rondell vorbeiführt.

Es bietet sich jedoch gerade hier die Möglichkeit eines Rundwanderweges an, der von der Karlskirche über den Tummelplatz und weiter nach Schloss Friedberg, vorbei an Schloss Aschach und dem Wattener Himmelreich wieder zurück zum Ausgangspunkt führt. Eine sehr lohnenswerte kulturelle Wanderung.

Geht man beim Begriff "Burg" von Wehrhaftigkeit und Sicherheit aus, so ist "Schloss" im Sinne von angenehmer Wohnqualität und Repräsentation zu sehen. Insofern passt für Friedberg eher noch der mittelalterliche Begriff der "Burg". Als Kontrast dazu kann man Schloss Tratzberg im Unterinntal nennen.

Die verschiedenen Gebäude Schloss Friedberg bei Volders (Innenhof mit Arkaden und Brunnen)sind um einen Innenhof angelegt und werden vom hoch aufragenden Bergfried beherrscht. Zinnen, Fensterläden in rot-weiß-roter Farbe, Butzenscheiben, Galerien im Innenhof und der durch den Fels unregelmäßig gestaltete Boden beherrschen das Bild.

Schloss Friedberg bei Volders (Eingangstor mit Mannsloch)Eine mit Eisenplatten beschlagene Türe führt in den Innenhof, der links von einem Brunnen beherrscht wird. Von dort aus betritt man die verschiedenen Räumlichkeiten: den Bergfried mit dem ehemaligen Gefängnis, die alte Rauchküche mit verschiedenen Kochgeräten, die Burgkapelle, den Fiegersaal mit Porträts verschiedener Fürsten und den Rittersaal mit Fresken aus der Zeit Kaiser Maximilians I.

Ein Besuch ist auf jeden Fall empfehlenswert, auch wenn man die Burg nur von außen sieht. Der Besucher sollte um die Anlage herumgehen, da es dort einiges zu entdecken gibt: Wandsicherung, Erker, Fensterformen, Aborterker etc.

  • Friedberg liegt strategisch gesehen sehr günstig, weshalb vermutlich die Grafen von Andechs um 1230 hier Schloss Friedberg bei Volders (Küche)schon eine mittelalterliche Burg errichteten, wahrscheinlich zunächst nur einen befestigten Wohnturm. Friedberg entstand als eine Art Verwaltungssitz, denn von hier aus überwachte der Steuereinnehmer die Einkünfte.
  • 1268 erfolgt die erste urkundliche Erwähnung.
  • In den folgenden Jahrhunderten entstanden vier weitere Wohntürme für verschiedene Verwaltungsangelegenheiten, in denen mehrere Edelleute amtierten. Erst Heinrich Spieß konnte alle Ämter in seiner Hand vereinen. Langsam wuchsen die vier Einzeltürme, die von einer mächtigen Schutzmauer umgeben waren, durch verschiedene Zwischenbauten zusammen.
  • 1363 und 1410 wurde Friedberg belagert.
  • 1491 belehnte Kaiser Maximilian die Familie Fieger mit der Schloss Friedberg bei Volders (Wappen)Burg. Die Fieger waren durch den Bergbau in Schwaz reich geworden und bauten die Burg aus. Unter anderem erhöhten sie um 1500 den mächtigen Bergfried um 30 m. Damals entstand auch das Rondell an der Biegung des Burgweges.
  • Nach dem Aussterben der Fieger im Jahre 1802 kam Friedberg 1845 durch Kauf an die Grafen Trapp, die es noch heute besitzen. Oswald Graf Trapp war von 1934 bis 1960 Tiroler Landeskonservator, wohnte in der Burg und schuf hier ein umfangreiches Werk über die Burgen in Nord-, Ost- und Südtirol. Seit 1989 ist die Burg Eigentum von Gaudenz Graf Trapp.

Schloss Friedberg ist eine Wohnburg und kann gegen Voranmeldung besichtigt werden.

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