Schwaz um 1500

Abbildung aus dem Schwazer Bergbuch (1556)Gegen 1410 fand man in der Umgebung von Schwaz Silber und Kupfer. In den folgenden Jahrzehnten wurde der Abbau dieser so wichtigen Bodenschätze organisiert. Tausende Knappen zogen nach Schwaz, sodass um 1520 insgesamt an die 20.000 Einwohner dort lebten. Man bezeichnete Schwaz als "aller Bergwerke Mutter".

Schwaz (Pfarrkirche)Grundsätzlich unterschied man zwischen den Gewerken (reiche Bergwerksbesitzer) und den Knappen. Der Abbau der Bodenschätze war landesfürstliches Recht. Da die Habsburger aber ständig Geld benötigten, verpfändeten sie nach und nach ihre Bergwerke. Reiche Familien, etwa die Handelsfamilie Fugger aus Augsburg, streckten den Landesfürsten (Herzog Friedrich IV. mit der leeren Tasche, Erzherzog Sigmund dem Münzreichen, Kaiser Maximilian I.) Darlehen vor und erhielten dafür die Schürfrechte. Mit dem Schwazer Silber und Kupfer wurde Weltpolitik betrieben.

Man kann Schwaz um 1500 mit einem riesigen Schwaz (Franziskanerkloster)Industrie-unternehmen vergleichen. An den Bächen in der Umgebung (in Pill, Stans, Weer, Jenbach, Brixlegg, Buch) wurden die Erze verarbeitet. Aufgrund des Schwazer Silbers leitete Erzherzog Sigmund der Münzreiche eine Münzreform ein - Prägung eines Silberguldens im Wert eines Goldguldens. Silber war genug vorhanden, Gold jedoch nicht. Die Münzprägestätte war in Hall in Tirol.

Die Knappen besaßen außergewöhnliche Rechte und verdienten im Vergleich zu anderen Arbeitern sehr gut.

Um 1500 entstanden die spätgotische Pfarrkirche und das Franziskanerkloster.

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