Die Herren von Freundsberg

Burg Freundsberg in Schwaz1122 sind die Herren von Freundsberg erstmals nachweisbar. 1174/78 wird erstmals urkundlich ihre Stammburg Freundsberg genannt.

Als Geschlecht des niederen Adels kamen sie aus Bayern als Dienstmannen (Ministerialen) der Grafen von Andechs und errichteten um 1170 die Burg Freundsberg als einfachen Turm. 1230 bauten sie die Burg neu. Schwaz war auch Gerichtssitz und die Herren von Freundsberg auch Besitzer von Sonnenburg bei Innsbruck, Friedberg bei Volders, Matzen bei Brixlegg, Mariastein und anderer Burgen. Neben den Grafen von Rottenburg stellten sie das bedeutendste Adelsgeschlecht im Unterinntal dar.

Als sich die ganze Situation in Schwaz durch die Silber- und Kupfervorkommen änderte und der Landesfürst seinen Einfluss geltend machte, verloren die Freundsberger ihre Gerichtsbarkeit und verkauften 1467 Burg und Gericht an den Tiroler Landesfürsten Sigmund den Münzreichen. Darauf übersiedelten nach Mindelheim in Schwaben. Von nun an nannte sich die Familie Fruntsberg.

In Mindelheim wurde 1473 Georg (=Jörg) von Fruntsberg geboren, der als Soldat in die Dienste von Kaiser Maximilian I. eintrat. Im Kampf gegen die Schweizer erlebte er die Überlegenheit des beweglichen Fußvolkes gegenüber den schwer gepanzerten kaiserlichen Reitern. Im Auftrag Maximilians I. organisierte er nach Vorbild der Schweizer das deutsche Landsknechtsheer und hatte damit große Erfolge. Man bezeichnete ihn als "Vater der Landsknechte". Er war äußerst stark, soll sogar mit einer Hand einen gewappneten Ritter hochgestemmt haben.

Die 1916 von Ludwig Penz entworfene und 1954 gegossene Statue des Jörg von Fruntsberg ziert das Schwazer Rathaus.

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