Auf einem steil aufragenden Hügel thront südlich der Stadt Schwaz die Burg Freundsberg, Stammsitz der seit 1122 urkundlich nachweisbaren Herren von Freundsberg, Ministerialen der Grafen von Andechs und später der Tiroler Landesfürsten.

Man kann mit dem Auto direkt bis zur Burg hinfahren, wobei die Straße in Schwaz großteils entlang des Lahnbaches verläuft.

Burg Freundsberg bei Schwaz (links Bergfried, rechs Kapelle)Der Eingang führt in einen kleinen Hof, von dem aus man die umliegenden Gebäude erreicht: im Süden Bergfried, im Norden Kapelle, im Westen und im Osten niedrigere Bauten.

Der mächtige, fünfgeschossige Bergfried beherrscht die kleine Anlage. Er ist der letzte Rest der einstigen Burg der Herren von Freundsberg. Heute ist dort das Schwazer Heimatmuseum untergebracht, das einen netten Einblick in die Geschichte der Stadt gibt. Burg Freundsberg bei Schwaz (Kirche)

Die verhältnismäßig große Burgkapelle war einst der Palas (Wohngebäude), in den eine viel kleinere Kapelle integriert war. Es handelt sich um die einzige Renaissancekirche Tirols, die unversehrt erhalten geblieben ist. 1614 bis 1642 ließ der damalige Besitzer Mathias Burglechner den verfallenen Palas mit der bestehenden Burgkapelle zur Schlosskapelle ausbauen. Sie wurde den Pestpatronen Sebastian und Rochus geweiht, da 1611 die Pest in Schwaz ihr Ende fand.

Als kunsthistorische Kostbarkeit gilt die Wanddekoration der Türmerwohnung, ein buntes, durch Jagdszenen belebtes Rankenwerk aus der Zeit Kaiser Maximilians I. Auf einer Treibjagd tummeln sich Jäger, Treiber und Hunde, überall sieht man Vögel und Einhörner.

  • 1122 sind erstmals die Herren von Freundsberg urkundlich Burg Freundsberg (Bergfried)nachweisbar. Ihr Stammsitz ist die Burg Freundsberg, die urkundlich erstmals 1174/1178 erwähnt wird, aber schon 1170 entstanden sein dürfte.
  • 1230 errichteten sie die Burg neu.
  • 1467 verkauften die Freundsberger die Burg an den Tiroler Landesfürsten Erzherzog Sigmund den Münzreichen, der die Burg zu "Sigmundsruh" umtaufte.
  • Unter Kaiser Maximilian I. wurde die Burg als Pfandbesitz an verschiedene Besitzer vergeben.
  • Von 1614 bis 1642 gehörte Freundsberg dem Tiroler Kartografen und Geschichtsschreiber Matthias Burglechner, der den verfallenen Palas mit der bestehenden spätgotischen Burgkapelle zur Schlosskirche ausbauen ließ.
  • 1788 gelangte Freundsberg wieder in landesfürstlichen Besitz.
  • 1812 kam es in den Besitz der Pfarre Schwaz.
  • Seit 1942 gehört Freundsberg der Stadt Schwaz, die die Burg restaurierte und zum Heimatmuseum ausbauen ließ.

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