Burgruine FragensteinSchon von weitem erkennt man die beiden mächtigen Türme, die sich hoch über Zirl im bewaldeten Felsgelände erheben. Sie erinnern an die einstige weit ausgedehnte Burg Fragenstein. Zu Füßen der beiden Türme führt die Straße über den Zirlerberg in Richtung Seefelder Sattel und weiter nach Scharnitz und Mittenwald vorbei.

Man muss das Auto in Zirl parken, am besten gleich unterhalb der Burgruine FragensteinZirlerbergstraße. Eine Unterführung bietet die Möglichkeit, auf die Nordseite der Zirlerbergstraße zu gelangen, von wo aus ein steiler Fußsteig über Felsen und Steine durch den Wald bis zu den beiden Ruinen führt. Der Weg ist nicht gefährlich, doch feste Schuhe sind notwendig.

Ein anderer Weg führt ebenfalls von Zirl aus und ist leichter begehbar, die "Zirler Höhenpromenade".

Von den zwei mächtigen Türmen ist der eine seit einigen Jahren mit einem Dach versehen. Um die Türme herum sind noch spärliche Mauerreste erkennbar, die an die ehemaligen weit angelegten Gebäude erinnern.
  • Schon in der Eisenzeit lässt sich auf dem Burghügel Besiedlung nachweisen. Vermutlich bestand hier auch ein Burgruine Fragensteinrömischer Wachturm, da die wichtige Via Claudia Augusta über den Seefelder Sattel nach Augsburg führte.
  • Die Burg Fragenstein ist eine Gründung der Grafen von Andechs, vermutlich schon im 12. Jahrhundert. Sie sollte den für den Salzhandel wichtigen Weg über den Seefelder Sattel sichern. 1227 ist die Burg erstmals erwähnt. Nach der Burg nannte sich das Ministerialiengeschlecht, das als Pfleger für die Andechser die Burg verwaltete. Oswald von Fragenstein kämpfte als Landsknecht 1525 in der Schlacht von Pavia und schrieb den Kriegsruhm des großen Landsknechtführers Ritter Georg von Frundsberg nieder.
  • Nach den Grafen von Andechs waren die Grafen von Tirol die Herren der Burg. Graf Meinhard II. von Tirol verlieh die Burg Burgruine Fragensteindem Edlen Otto Charlinger, Salzmair zu Hall.
  • 1419 und 1426 besuchte der Minnesänger Oswald von Wolkenstein die Burg.
  • Erzherzog Sigmund der Münzreiche und Kaiser Maximilian I. weilten gerne hier, konnten sie doch die Burg als Ausgangspunkt für ihre Gämsenjagden ins Karwendel verwenden.
  • Im 17. Jahrhundert wurde die wichtige Straße über den Zirlerberg weiter nach Westen verlagert, wodurch Fragenstein an Bedeutung verlor und zu verfallen begann. 1662 übergab Erzherzog Ferdinand II. Fragenstein an seinen Hofbaumeister Martin Gumpp, der sich "Gumpp von Fragenstein" nannte.
  • 1703 belagerten die mit den Franzosen verbündeten Bayern Tirol. Bei Kampfhandlungen unterhalb der Martinswand zogen sich die Tiroler auf Fragenstein zurück. Als sie dort der drückenden Übermacht nicht mehr standhalten konnten, sprengten sie die gelagerten Pulvervorräte und setzten das Schloss in Brand. Zirl wurde damals von den Bayern geplündert und angezündet. Somit war Fragenstein ab 1703 eine Ruine.
  • 1933 nahm sich der Österreichische Burgenverein der Renovierung an. Mit Hilfe der Zirler Bevölkerung konnten die beiden für diese Gegend so typischen Türme vor dem weiteren Verfall gerettet werden.

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