In der Innschlucht ungefähr unterhalb von Nauders.

Skizze

Inn bei FinstermünzAuf der am linken Innufer gelegenen Straße zwischen Martina bzw. Martinsbruck (Schweiz) und der österreichischen Zollstation Kajetansbrücke südlich von Pfunds führt ungefähr in der Mitte ein Fußweg zum Inn hinunter, der hier in einer Schlucht dahintost. Beim so genannten Schalkl kann man ein Stück mit dem Auto den Weg hinunterfahren, dann geht man ca. 10 Minuten zu Fuß flussaufwärts und gelangt direkt zur Ruine Finstermünz. Es handelt sich bei diesem Weg um ein Teilstück der Via Claudia Augusta.

Finstermünzpass (Brücke über den Inn und einstige Zollfestung)Wir befinden uns hier an einem sehr romantischen Platz, in einer Schlucht am Ausgang des Engadin. Schon zur Römerzeit wurde diese Talenge als natürliche Sperre angesehen. Vermutlich verlief hier auch später die Grenze des bayrischen Herzogtums. Hier war eine der bedeutendsten Grenz- und Zollstationen Tirols.

Auffallend ist die Brücke über den Inn, gestützt von einem Pfeiler Finstermünzpass (Brücke über dem Inn mit Brückenturm) mit einem Brückenturm. Über der Turmdurchfahrt befand sich eine Wachstube.

Von der unter Herzog Sigmund dem Münzreichen auf dem überhängenden Felsen erbauten Zollfeste Sigmundseck sind nur mehr die Ruinen erhalten. Ursprünglich befand sich dort eine mittelalterliche Höhlenburg.

Finstermünzpass (turmartige Straßensperre)Die turmartige fünfgeschossige Straßensperre, durch die der gesamte Verkehr musste, geht auf Kaiser Maximilian I. zurück. Von der Nordseite des Torturmes zieht sich eine Sperrmauer mit Fenstern und Schießscharten entlang des Berghangs.

Die Kapelle wurde im Auftrag von Erzherzog Maximilian III. dem Deutschmeister 1605 erbaut. Es gab einen Vorgängerbau, in dem eine aus dem Engadin stammende Marienstatue verehrt wurde, die man aus dem Inn gezogen hatte.

  • Die 46 n. Chr. fertiggestellte Via Claudia Augusta über den Reschenpass führte bei Finstermünz über den Inn, wo sich seit römischer Zeit bis 1854 eine Zollstätte befand.
  • 1241 taucht Finstermünz urkundlich erstmals auf.
  • Unter Graf Meinhard II. von Tirol steigt es zu einer der bedeutendsten Zollstätten des Landes auf.
  • Die 1348 erwähnte Brücke über den Inn wurde durch eine Klause gesichert.
  • 1473 ließ Erzherzog Sigmund der Münzreiche auf Finstermünzpass (Brücke über den Inn)den Felsen eine Zollfestung errichten.
  • Unter Kaiser Maximilian kam die turmartige fünfgeschossige Straßensperre dazu, durch die der Verkehr durch musste.
  • Die Kapelle stammt aus dem Jahre 1605 und wurde von Erzherzog Maximilian III. dem Deutschmeister in Auftrag gegeben.
  • 1779 erfolgte die Aufhebung von Finstermünz als Zollburg, wobei die Zollstätte weiter südlich nach Martinsbruck verlegt wurde. Wegen der von Frankreich drohenden Kriegsgefahr ließ man die Befestigungen wieder instand setzen.
  • Seine Bedeutung verlor die Grenzfestung endgültig 1854, als die neue Straße nach Nauders erbaut wurde.
  • Die 1854 erbaute Hochfinstermünzstrasse mit dem gleichnamigen Fort wechselt weiter nordöstlich auf die linke Innseite. 1923 wurde die durchgehende linksufrige Fahrstrasse aus dem Engadin bis zur österreichischen Grenze errichtet.
  • Heute gehört die Anlage der Republik Österreich.

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