Einige Kilometer südlich von Reutte an der Fernpassstraße.

Die Ehrenberger Klause kann von der Fernpassstraße über eine Seitenstraße erreicht werden, liegt an der einstigen Durchzugsstraße und hat deshalb eine direkte Zufahrt.
Von der Klause gelangt man über einen breiten Waldweg in ca. 20 Minuten zur Ruine von Ehrenberg, von der man einen herrlichen Ausblick auf das Becken von Reutte genießt. Gutes Schuhwerk wird empfohlen. Von der Ruine führt der Weg weiter zum einstigen Hohen Schloss bzw. Oberen Schloss.

Fort Claudia (Hochschanz) Ehrenberger Klause als Talsperre Burg Ehrenberg (heute Ruien) Hohes Schloss bzw. Oberes Schloss Man unterscheidet mehrere Befestigungen (Setzen Sie den Mauszeiger auf die Gebäude im Bild - Ansicht von Merian, von Norden gegen Süden):

 

 

  • Ehrenberger Klause (Talsperre, Zollstation, Poststation mit Herberge und Gasthaus)
  • Fort Claudia (auch Hochschanz genannt) östlich auf der Anhöhe des Falkenbergs (um 1645 - benannt nach Erzherzogin Claudia von Medici, der Gattin von Erzherzog Leopold V.)
  • Ruine Ehrenberg westlich auf halber Höhe
  • Hohes Schloss oder Oberes Schloss (18. Jh.) oberhalb der Ruine Ehrenberg

  • Unter Graf Meinhard II. von Tirol, der gerne als Ruine Ehrenberg"Schmied des Landes Tirol" bezeichnet wird, da er in groben Zügen große Teile Tirols vereinte, kam durch seine Heirat mit Elisabeth von Bayern im Jahre 1248 das Außerfern dazu. Zur Absicherung seiner Gebiete begann er mit der Errichtung einer Befestigung südlich von Reutte. Diese bestand im Tal aus einer Klause und auf der Anhöhe aus einer Burg.
  • 1305 ist erstmals urkundlich eine Burg genannt, die ebenso wie die Klause in den folgenden Jahrhunderten mehrmals um- und Ruine Ehrenbergausgebaut wurde. Zusätzliche Sperren, Schanzen und Vorwerken in der näheren und weiteren Umgebung ließen hier schließlich im 18. Jahrhundert die größte Befestigungsanlage Tirols entstehen.
  • Vor allem Erzherzog Maximilian III. der Deutschmeister kümmerte sich intensiv um die Befestigung Tirols.
  • Mehrmals kam es zu Belagerungen, so 1546 durch den Schmalkaldischen Bund, einer protestantischen Vereinigung, weiters noch im 16. Jh. durch Moritz von Sachsen, 1632 im Dreißigjährigen Krieg durch schwedische Truppen, 1714 im Zuge des Spanischen Erbfolgekriegs durch den bayrischen Kurfürsten Max Emanuel. Mehrmals wurde die Burg eingenommen, doch immer von den Tirolern zurückerobert.
  • Um 1740 war Ehrenberg mit Klause, Burg, Fort Claudia und dem Oberen Schloss mit vier Kasernen, sechzehn Offizierszimmern, einem Spital, einer Kapelle und 56 Kanonen die gewaltigste Festung Tirols.
  • 1782 ließ Kaiser Joseph II. alle Tiroler Befestigungsanlagen außer Kufstein aufheben, wodurch der Verfall begann. Ehrenberger Klause (Wappen von Erzherzog Maximilian III. dem Deutschmeister
  • Ehrenberg war nicht nur Grenzfeste und Mautstelle, sondern auch Verwaltungs- und Gerichtssitz für das spätere Außerfern. Erst 1649 wurde der Gerichtssitz nach Reutte verlegt.
  • Um den Verfall der Anlagen zu stoppen, erfolgte in den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts die Gründung des Vereins zur Rettung der Ruine Ehrenberg. Inzwischen ist sehr viel geschehen. In der Klause wird ein Museum eingerichtet, die Ruine Ehrenberg konnte vor weiterem Verfall gerettet werden.

www.ausserfern.at/ehrenberg

[ zurück ]

© TIBS! 2002 (a.prock)