Herzog Friedrich IV. mit der leeren Tasche und das Konzil von Konstanz

Herzog Friedrich IV. mit der leeren Tasche (Habsburgerstammbaum Schloss Tratzberg)Herzog Friedrich IV. mit dem Beinamen "mit der leeren Tasche" war von 1406-1439 Tiroler Landesfürst. Er bestätigte die alten Rechte der Bauern und zog sich dadurch den Groll eines Teiles des Adels zu. Gerade seine frühe Regierung ist gekennzeichnet durch Adelsaufstände, die er jedoch blutig niederschlug.

In den Jahren 1414-1418 fand in Konstanz am Bodensee ein Konzil statt (Treffen der höchsten Kirchenfürsten). Drei Männer beanspruchten das Amt des Papstes, was natürlich zu Zwistigkeiten führte. Friedrich IV. unterstützte einen dieser Männer, Papst Johannes XXIII., der jedoch letztendlich nicht gewählt wurde. Dadurch geriet der Tiroler Landesfürst in die Reichsacht (Verlust seiner Gebiete, jeder, der ihn antraf, konnte ihn töten) und den Kirchenbann (Ausstoß aus der Kirche). Obwohl sich Friedrich IV. vor dem versammelten Konzil dem Votivbild mit Herzog Friedrich IV. und Hans von Mülinen (Basilika Wilten)Kaiser unterwarf, ließ ihn dieser einsperren. In Tirol versuchte der Adel die Herrschaft zu übernehmen. Friedrichs Bruder Herzog Ernst der Eiserne von der Steiermark übernahm die Regierung in Tirol. Die Tiroler Bauern hielten jedoch großteils zu "ihrem Friedl".

Ende März 1916 gelang ihm die Flucht aus Konstanz. Da er keine Gebiete mehr besaß, erhielt der den Beinamen "mit der leeren Tasche". Mit Hilfe der Bauern gelangte er nach Bludenz, von dort weiter über den Arlberg. Hans von Mülinen, einer seiner engsten Freunde, brachte ihn im Kaunertal in Sicherheit. Weitere Verstecke waren das Widum in Flaurling, die Rofenhöfe im Ötztal, das Schnalsertal und die Gegend von Meran.

1418 hob der Kaiser die Reichsacht auf und gab dem Herzog seinen Besitz zurück. Zum Dank dafür stiftete der Landesfürst eine Votivtafel, auf der er porträtgetreu mit Hans von Mülinen abgebildet ist. Diese Tafel hängt in der Wiltener Basilika.

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