Erzherzog Ferdinand II. und Philippine Welser

Erzherzog Ferdinand II. Erzherzog Ferdinand regierte in Tirol von 1564-1595. Er heiratete in erste Ehe die Augsburger Bürgerstochter Philippine Welser, wobei die nicht standesgemäße Ehe erst 19 Jahre nach der Hochzeit öffentlich verkündet wurde. Beide hatten zwei Söhne, die jedoch nicht erbberechtigt waren, Andreas (später Bischof), Karl (Markgraf von Burgau). Philippine Welser durfte Philippine Welsernicht in der Hofburg wohnen, weshalb der Erzherzog die einstige Burg der Grafen von Andechs zum prächtigen Renaissanceschloss Ambras ausbauen ließ. Philippine Welser war sehr beliebt beim Volk, da sie sich mit allerei Arzneien auskannte und sich um die Sorgen und Nöte des Volkes kümmerte. Sie ist besonders bekannt wegen ihrer Kochbücher.

Nach ihrem Tod heiratete Ferdinand Anna Katharina von Gonzaga-Mantua, die nach seinem Tod das Innsbrucker Servitenkloster gründete, in das sie mit einer ihrer Töchter eintrat.

Schloss Ambras (Spanischer Saal mit den Darstellungen Tiroler Landesfürsten)Erzherzog Ferdinand II. musste Tirol gegen den Protestantismus abwehren, was ihm auch gelang. Er gab die erste Tiroler Schulordnung heraus. Innsbruck war damals Zentrum von Kunst und Kultur, vor allem Schloss Ambras. Im Spanischen Saal fanden Konzerte statt, so wie heute wieder.

Wichtig ist, dass der Erzherzog als Begründer Schloss Ambras (Rüstungen im  Unterschloss)des modernen Museumswesens gilt, da er in Schloss Ambras eine reichhaltige Sammlung anlegte: Porträts berühmter Persönlichkeiten, Kunstwerke, Kostbarkeiten und Seltsamkeiten aus der Tier- und Pflanzenwelt, Bücher, Rüstungen etc. Gesammelt wurde vor allem Kurioses.

Er liegt mit Philippine Welser in der Silbernen Kapelle begraben, einem Anbau der Hofkirche.

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