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Das Lehenswesen (Herr – Bauer)

Die gesellschaftliche Ordnung wurde im Mittelalter als eine von Gott gewollte und deshalb fixe Ordnung angesehen. Von Geburt an war man in eine bestimmte Gesellschaftsschicht hineingeboren und blieb bis zum Tode dort. Der Arme hatte zu leiden, dem Reichen ging es besser.

Im Mittelalter herrschte das Feudalwesen bzw. Lehenswesen vor. Der Kaiser bzw. der König war der oberste Herr, der für gewisse Verdienste Land an hohe Adelige verlieh. Somit war er Lehensherr. Als Ersatz für das verliehene Land mussten die Adeligen gewisse Dienste, so etwa Kriegsdienste, leisten. Die hohen Adeligen verliehen ihr Land wiederum an niedere Adelige, die für sie in den Krieg zogen. 

Die unterste Bevölkerungsschicht stellten die Bauern dar. Sie mussten für ihren Herrn arbeiten, so genannte Hand- und Spanndienste leisten (Bau von Burgen, Brücken usw.), die Felder bestellen und das Vieh halten und bei Bedarf für ihn in den Krieg ziehen. Man spricht von Frondienst. Die Bauern waren großteils auch nicht frei, sie gehörten ihrem Herrn. Der Herr konnte mit ihnen machen, was er wollte. Einen Teil der landwirtschaftlichen Erträge, den so genannten Zehent (zehnter Teil), mussten die Bauern an ihre Herrn abliefern, aber auch Vieh.

Das Leben dieser Bauern war meist sehr streng und entbehrungsreich. Zudem hatten sie keine Rechte. Konnten sie ihren Anteil an der Ernte nicht abliefern bzw. Pachtgeld nicht bezahlen, gingen die Steuereintreiber, die den Herrn vertraten, meist brutal gegen sie vor.

Die Dorfbewohner lebten in einfachsten Verhältnissen. Ihre primitiven mit Stroh bedeckten Hütten waren oft niedrig und fensterlos und konnten Regen, Schnee, Kälte und Wind nicht abhalten. Krankheiten und Naturkatastrophen waren sie schutzlos ausgeliefert. 

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