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6. Belagerung und Verteidigung einer Burg

Mit der Einführung des Schießpulvers änderten sich die Bedingungen für die Verteidigung einer Burg grundlegend. Wie wurde vor der Verwendung von Kanonen eine Burg belagert bzw. verteidigt?

Grundsätzlich hatten jene Menschen einen großen Vorteil, die „oben“ waren, schon allein wegen der Schwerkraft. Belagerer setzten Bogenschützen mit Brandpfeilen, Steinwurfmaschinen, Katapulte, Rammböcke zum Eindrücken der Burgtore, fahrbare Belagerungstürme aus Holz, Mauerbrecher, hohe Leitern u. a. ein. Die Belagerer waren dabei durch Holzplanken geschützt. Vor allem die technischen Waffen stellten oft komplizierte und schwerfällige Geräte dar, von denen viele mit Winden und Seilzügen funktionierten.

Die Verteidiger hatten viel mehr Möglichkeiten. In den Burgen gab es kleine Erker, die so genannten Pechnasen. Dort konnte heißes Pech, Öl, Wasser u. a. auf die Belagerer heruntergegossen werden. Die Zinnen boten Schutz beim Kampf. Steine, Holz und vieles mehr wurde auf die Angreifer heruntergeworfen.

Ein offener Angriff war meist schlecht geeignet, eine Burg zu erobern. Viel mehr konnte man mit List und Tücke erreichen. Zielführend war meist eine lang angelegte Belagerung, denn irgendwann ging den Burgbewohnern das Essen aus. Bestand die Möglichkeit, dann versuchten die Belagerer das Wasser in der Burg zu vergiften, etwa durch Tierkadaver. Nur selten war es möglich, unterirdische Stollen zu graben und so in die belagerte Burg vorzustoßen. Gelang es, die dicken Mauern zu unterminieren, stürzten sie meist durch ihr Eigengewicht ein.

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